- Die Opel-Junioren können beim vorletzten JERC-Lauf in Wales den EM-Titel sicherstellen
- Tom Heindrichs führt in der Gesamtwertung souverän vor Teamkollege Timo Schulz
- Claire Schönborn-Kranz möchte im dritten Opel Corsa Rally4 Schützenhilfe leisten
Rüsselsheim/München. Die Rali Ceredigion am kommenden Wochenende ist für das ADAC Opel Rally Junior Team keine Rallye wie jede andere. Die Opel-Werksmannschaft kann beim vorletzten JERC-Saisonlauf rund um das walisische Seebad Aberystwyth im Nordwesten des Landes bereits vorzeitig den siebten Titel in der Junior-Europameisterschaft unter Dach und Fach bringen. Die Ausgangslage unterstreicht die Ausnahmestellung der Rüsselsheimer Motorsport-Talentschmiede: Nach seinen Siegen zuletzt in Polen und Tschechien führt der Belgier Tom Heindrichs die EM-Gesamtwertung mit 101 Punkten an. Sein deutscher Teamkollege Timo Schulz, Gewinner des Saisonstarts in Schweden, folgt mit 85 Zählern auf Rang zwei. Bester Nicht-Opel-Pilot ist der drittplatzierte Italiener Davide Pesavento (Lancia), der bereits 29 Punkte zurückliegt.
Die einfachste Variante, die ohne Rechenspiele auskommt, würde voraussetzen, dass Heindrichs die Rali Ceredigion vor Pesavento beendet. Unabhängig von dem im Endklassement zu berücksichtigenden Streichresultat könnte dann nur noch einer der beiden ehemaligen Champions des ADAC Opel Electric Rally Cup (Schulz 2022, Heindrichs 2025) Europameister werden. Wobei Claire Schönborn-Kranz im dritten Werks-Opel Corsa Rally4 ihren Teamkollegen durch ein starkes Ergebnis in Wales ebenfalls wertvolle Schützenhilfe leisten kann.
Derlei Überlegungen schiebt Tom Heindrichs indessen von sich. „Ich fühle mich entspannt, denke nicht an die Meisterschaft, sondern fokussiere mich auf die Rallye“, betont der 22-Jährige aus St. Vith. „Natürlich ist es unser Ziel, vor den Konkurrenten zu landen – aber das ist es immer. Wir haben bewiesen, dass wir unter Druck konstant abliefern und konzentriert bleiben. Die zwei Siege und unsere gute Pace in Italien stimmen uns zuversichtlich, dass wir in Wales wieder ganz vorne mitkämpfen können. Ich hoffe auf tückische Bedingungen mit nassen, schmierigen Pisten und freue mich auf die neue Herausforderung.“ Auf dem rechten Sitz des Corsa Rally4 agiert wie immer Heindrichs‘ unter luxemburgischer Flagge startender Landsmann Jonas Schmitz.
Timo Schulz hat im Titelkampf die etwas ungünstigere Ausgangsposition, lässt sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen. „Die Rali Ceredigion verspricht eine der schwierigsten Rallyes im diesjährigen Kalender zu werden, und ich freue mich sehr darauf“, versichert der 27-jährige Siersburger, der auf die Ansagen seiner Beifahrerin Maresa Lade vertraut. „Die Pisten dort sind sehr eng und wellig, dabei aber sehr schnell, mit vielen kleinen Sprüngen. Unser Ziel ist klar: Wir gehen die Rallye an wie jede andere. Fehlerfrei bleiben, maximal viele Punkte mitnehmen, um mit möglichst guten Titelchancen zum Saisonfinale nach Portugal reisen zu können.“
Claire Schönborn-Kranz hat die Pause nach der Rallye Polen genutzt, um zu heiraten, und reist nicht nur deswegen voller Motivation nach Wales. „Ich freue mich riesig auf diese neue Herausforderung“, sagt die 27-Jährige aus Löffelscheid, die von Copilot Michael Wenzel navigiert wird. „Ich bin noch nie zuvor in Großbritannien gefahren und sehr gespannt. Vom Linksverkehr während der Besichtigung bis hin zu den anspruchsvollen Wertungsprüfungen. Die Rali Ceredigion erinnert mich an die Rallye Finnland: schnell, wellig, voller Kuppen und blinder Ecken – nur eben auf Asphalt. Da braucht es viel Herz und Vertrauen in den Aufschrieb.“
Verstärkung erhalten die drei Opel-Junioren in Wales von den Lokalmatadoren Ioan Lloyd/Sion Williams, die wie Schulz/Lade und Schönborn-Kranz/Wenzel in dieser Saison den ADAC Opel GSE Rally Cup bestreiten und bei ihrem Heimspiel einen weiteren von Stohl Racing eingesetzten Corsa Rally4 steuern.
Die Konkurrenz ist wie immer stark. 16 Rally4-Fahrzeuge stehen beim Asphalt-Lauf an der Irischen See am Start, davon neun, die in der JERC genannt sind. 16 Wertungsprüfungen über rund 195 Kilometer warten auf die Teilnehmer. Der Start erfolgt am Freitag (4.9.) ab 19.05 Uhr Ortszeit (MESZ minus eine Stunde) mit vier Wertungsprüfungen. Nach einer kurzen Nacht stehen am Samstag ab 8.55 Uhr acht Prüfungen auf dem Programm. Die Entscheidung fällt am Sonntag ab 8.15 Uhr, die abschließende „Power Stage“ (WP16) beginnt um 14.05 Uhr Ortszeit. Rallye-Fans können das Asphalt-Spektakel im kostenpflichtigen Stream unter
rally.tv oder per Live Timing bei
adac.de/motorsport verfolgen.