- Triumphfahrt: Beim Finale in Portugal genügt dem Deutschen Rang zwei zum Titelgewinn
- Pech für den Teamkollegen: Ein Steinschlag ruiniert die Titelchancen von Tom Heindrichs
- Siebter Titel für das ADAC Opel Rally Junior Team als Beleg für perfekte Talentförderung
Rüsselsheim/München. Der Junior-Rallye-Europameister 2026 heißt Timo Schulz. Der 27-Jährige aus Siersburg im Saarland setzte sich gemeinsam mit Beifahrerin Maresa Lade beim Showdown der Junior European Rally Championship (JERC) in Portugal im Opel-internen Duell gegen seinen Teamkollegen Tom Heindrichs durch, profitierte dabei aber auch vom Pech des Belgiers. Bereits vor dem Saisonfinale bei der „Rally Six Cities North of Portugal“ rund um Fafe war nur noch einer der beiden Fahrer aus dem ADAC Opel Rally Junior Team für die JERC-Krone in Frage gekommen. Es war der siebte Junior-EM-Titel für die Mannschaft rund um Opel-Motorsportchef Jörg Schrott in zehn Jahren der Teilnahme.
„Über einen so langen Zeitraum stets an der Spitze dieser hart umkämpften Meisterschaft mitgemischt zu haben, ist Beleg für die starke Performance aller Beteiligten und die Stimmigkeit des einzigartigen Förderkonzepts von Opel und ADAC“, lobte Jörg Schrott. „Auch in dieser Saison hatten wir das beste Paket aus Fahrern, Fahrzeug und Team. Mein Dank gilt Manfred Stohl und seiner professionellen, engagierten Mannschaft, die unseren Crews jederzeit ein perfekt vorbereitetes Auto hingestellt hat. Der Corsa Rally4 war auch im fünften Jahr des Einsatzes in der JERC die Messlatte. Und unseren Fahrern und Beifahrern gebührt höchstes Lob für einen großartigen Job während der ganzen Saison.“
Der frisch gekürte Europameister Timo Schulz war im Ziel „einfach überglücklich. Mir fehlen etwas die Worte, um meine Gefühle zu beschreiben. Wir haben in den vergangenen Jahren so hart für diesen Erfolg gearbeitet. Und nun die Junior-Europameisterschaft gewonnen zu haben, ist ein fantastisches Gefühl. Ich bin extrem dankbar für alles, was Opel und Opel Motorsport für mich getan haben. Ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen. Mein Dank gilt auch Maresa sowie dem ADAC Opel Rally Junior Team und Waldherr Motorsport für ihre großartige Arbeit während der gesamten Saison.“
Die Rallye selbst war für den zweimaligen Saisonsieger Schulz ein Nervenspiel: „Es war eine harte Rallye. Es tut mir sehr leid für Tom und Jonas. Es wäre schöner gewesen, den Titelkampf mit ihnen auszufahren. So mussten wir am Sonntag einfach nur durchrollen und das Auto ins Ziel bringen. Aber selbst das war schwierig genug. Schlussendlich haben wir es geschafft und sind einfach nur happy!“
Die Rallye gewann der Norweger Karl-Peder Nordstrand in einem weiteren Opel Corsa Rally4.
Pech für Tom Heindrichs erzwingt Vorentscheidung
Eine Vorentscheidung im Titelduell fiel bereits am Samstagmorgen. In der dritten Wertungsprüfung schlug ein aufgewirbelter Stein ein Leck in den Ölkühler des Corsa Rally4 von Tom Heindrichs und dessen Beifahrer Jonas Schmitz. Weil tagsüber während des gesamten Samstags nur ein so genannter „Remote Service“ vorgesehen war, bei dem ausschließlich im Rallyefahrzeug mitgeführte Werkzeuge und Ersatzteile genutzt werden dürfen, war der Arbeitstag für die Belgier vorzeitig beendet. Zumal sich später herausstellte, dass auch der 1,2-Liter-Turbomotor des Corsa Rally4 Schaden genommen hatte. Nachdem zunächst ein Komplettausfall gedroht hatte, gelang den Mechanikern von Stohl Racing das Kunststück, den 218 PS starken Motor zu reparieren, sodass Heindrichs/Schmitz tags darauf wieder ins Geschehen eingreifen konnten. So wahrten sie eine minimale Titelchance – die allerdings einen Ausfall von Schulz am Sonntag und damit einen Nuller des Stallgefährten vorausgesetzt hätte.
Immerhin zeigten die Gewinner des ADAC Opel Electric Rally Cups 2025 mit fünf Bestzeiten in den acht Sonntags-Prüfungen nochmals ihr enormes Potenzial auf. Den entgangenen JERC-Titel kommentierte der 22-jährige Bruder von Ex-Rallye-Weltmeister Thierry Neuville pragmatisch: „Wir haben wie immer alles gegeben. Es war von vorneherein klar, dass es im Titelkampf gegen Timo schwierig werden würde. Herzliche Gratulation an ihn und Maresa! Wir wollten am Sonntag nochmal beweisen, dass wir hier um den Sieg hätten mitfahren können. Ich denke, das haben wir auch geschafft. Wir hatten eine starke Saison, haben zwei Rallyes gewonnen und können mit uns und unserer Leistung zufrieden sein. Unser Dank gilt Opel Motorsport und Stohl Racing für ihre perfekte Arbeit. Sie haben den Re-Start am Sonntag überhaupt erst möglich gemacht. Wir sind gespannt, was als nächstes kommt.“
Kraftakt von Claire Schönborn bleibt unbelohnt
Einen nicht minder harten Samstag erlebten Claire Schönborn und Co Michael Wenzel. Nach einem starken Auftakt am Freitagabend motiviert in den ersten vollen Rallye-Tag gestartet, ging ebenfalls in WP3 eine Dichtung im Lenkgetriebe kaputt, was ein Ölleck in der Servolenkung zur Folge hatte. Unter Aufbietung aller Kräfte wuchtete Schönborn ihren Corsa Rally4 ohne Lenkunterstützung über drei Schotterprüfungen in den Remote Service, musste dort aber aus denselben Gründen wie Heindrichs den Samstag vorzeitig beenden. „Wir konnten den Schaden im Remote Service nicht reparieren, weil wir die nötigen Teile nicht dabei hatten. Ohne Servolenkung weiterzufahren hätte auf diesen harten Schotterpisten keinen Sinn gemacht“, erklärte die 27-Jährige aus Löffelscheid.
Der Sonntag wurde nicht besser. Beim Fahren ohne Servolenkung hatte sich die Hunsrückerin die Schulter ausgekugelt. „Sie sprang zwar wieder rein, aber am Sonntag hatte ich extreme Schmerzen. Ich wollte mich nur irgendwie ins Ziel retten“, schilderte Schönborn. Doch noch nicht einmal dies sollte ihr vergönnt bleiben: Rund zwei Kilometer vor dem Ziel der abschließenden Power Stage (WP17) scherte eine Antriebswelle ab. Damit schafften es Schönborn/Wenzel mit Ach und Krach ins Prüfungsziel – aber nicht mehr zurück ins Ziel der Rallye nach Fafe. Resultat: Ausfall, null Punkte. „So hatte ich mir das Saisonfinale nicht vorgestellt – schon gar nicht nach der heutigen Anstrengung“, seufzte Schönborn.
Für alle drei Crews des ADAC Opel Rally Junior Teams geht es fast ohne Pause weiter. Am kommenden Wochenende starten Schulz/Lade, Schönborn/Wenzel und Heindrichs/Schmitz beim sechsten Lauf des ADAC Opel GSE Rally Cups im Rahmen der ADAC Saarland-Pfalz Rallye.