- Showdown beim Finale der Junior European Rally Championship 2026 in Portugal
- Nur die Opel-Junioren Timo Schulz und Tom Heindrichs können noch Europameister werden
- Claire Schönborn möchte im dritten Opel Corsa Rally4 auf Schotter glänzen
Rüsselsheim/München. Den siebten Titelgewinn in der Junior European Rally Championship (JERC) hat das ADAC Opel Rally Junior Team bereits Anfang September bei der Rali Ceredigion in Wales unter Dach und Fach gebracht. Nun kommt es beim Saisonfinale am kommenden Wochenende in Portugal zum großen Titel-Showdown zwischen Timo Schulz und Tom Heindrichs. Die spannende Frage lautet: Wer wird als Junior-Europameister in die Fußstapfen der früheren Opel-Junioren Emil Bergkvist (2015), Marijan Griebel (2016), Chris Ingram (2017), Martins Sesks (2018), Laurent Pellier (2022) und Calle Carlberg (2025) treten? Die günstigere Ausgangsposition hat Schulz. Nach seinem zweiten Saisonsieg in Wales hat der Deutsche – unter Berücksichtigung des in der JERC vorgesehenen Streichresultats – sieben Punkte Vorsprung auf seinen belgischen Teamkollegen. Ein zweiter Rang beim Finale würde Schulz und seiner Beifahrerin Maresa Lade also in jedem Fall zum Titelgewinn genügen.
Aufs Rechnen mag sich der 27-jährige Siersburger indes nicht verlegen: „Wir sind natürlich in einer sehr guten Ausgangslage, können also etwas entspannter an die Sache herangehen. Wir müssen nicht gewinnen, können das eine oder andere Prozent Risiko herausnehmen und sehen, wie sich die Rallye entwickelt. Trotzdem erfordert die Rallye Portugal 100 Prozent Konzentration. Ich erwarte eine der schwierigsten Rallyes des Jahres. Die vielen Rally-2-Allradler vor uns werden dafür sorgen, dass wir im zweiten Durchgang viele Steine und tiefe Spurrinnen auf der Piste vorfinden werden. Wir brauchen die perfekte Balance zwischen Angriff und Risikominimierung. Es wird spannend!“
Für Tom Heindrichs und Copilot Jonas Schmitz kann Taktieren erst recht keine Option sein. Der Ausfall in Wales hat den Bruder von Rallye-WM-Star Thierry Neuville zwar nominell ins Hintertreffen gebracht, doch die Vokabel „aufgeben“ kommt im Wortschatz des 22-Jährigen aus St. Vith nicht vor. „Wir gehen die Rallye an wie jede andere“, versichert Heindrichs. „Wir sind bei allem Ehrgeiz recht entspannt und wollen nichts erzwingen. Der Druck liegt klar bei Timo, weil es sein letztes Jahr in der JERC ist. Er muss eher Einsatz und Risiko abwägen. Für uns gibt es nur eines: Vollgas! Natürlich wäre ich lieber in seiner Position, aber unser Hauptziel ist es, uns auf Schotter zu beweisen. Am Ende sehen wir, wozu es langt.“
Claire Schönborn und ihr Beifahrer Michael Wenzel möchten derweil beim Saisonfinale nochmals ihr großes Potenzial unter Beweis stellen und die Saison mit einem Top-Ergebnis auf Schotter abschließen. „Ich freue mich sehr auf Portugal“, sagt die 27-Jährige aus Löffelscheid im Hunsrück. „Einige Prüfungen sind identisch mit denen des letztjährigen Junior-WM-Laufs. Ich hoffe, dass ich von dieser Erfahrung profitieren kann. Es ist erst meine zweite Schotter-Rallye mit einem Fronttriebler, also werde ich versuchen, gegen die starke Konkurrenz das Beste aus mir und dem Corsa Rally4 herauszuholen.“
Opel-Motorsportchef Jörg Schrott blickt dem Titel-Showdown seiner Junioren mit Spannung entgegen: „Zu wissen, dass wir die Europameisterschaft schon in der Tasche haben, wirkt natürlich ein Stück weit beruhigend. Sowohl Timo als auch Tom hätten den Titel verdient. Sie haben die Saison dominiert und je zwei Läufe gewonnen. Wie immer bei uns im Team ist freies Fahren angesagt, der eine wäre mir als Europameister so recht wie der andere. Ich bin stolz und glücklich, dass es zum siebten Mal in zehn Jahren unserer Teilnahme ein Opel-Junior sein wird, der sich gegen die besten Rallye-Talente Europas durchsetzt. Das zeigt, dass der Corsa Rally4 nach wie vor voll konkurrenzfähig ist und die gemeinsame Talentförderung von Opel und ADAC in punkto Effektivität noch immer ihresgleichen sucht.“
Auf dem Programm der „Rally Six Cities North Of Portugal” stehen 17 Wertungsprüfungen über 181,1 Kilometer rund um das ca. 70 Kilometer nordöstlich von Porto gelegene Fafe. Der Start erfolgt am Freitag (23.10.) ab 19.05 Uhr Ortszeit (MESZ minus eine Stunde) mit einer nur knapp drei Kilometer langen Prüfung. Richtig zur Sache geht es dann tags darauf ab 8.05 Uhr Ortszeit mit acht Jagden gegen die Uhr. Die Entscheidung fällt am Sonntag zwischen 8.05 und ca. 16.00 Uhr. Insgesamt zehn Fahrzeuge sind in der Rally4-Klasse gemeldet, acht von ihnen starten in der Junior-Europameisterschaft.
Rallye-Fans können das portugiesische Schotter-Spektakel im kostenpflichtigen Stream unter
rally.tv oder per Live Timing bei www.adac.de/motorsport verfolgen.