- Geipel bester DRM-Pilot und neuer Gesamtführender
- Wechselhaftes Wetter macht die ADAC 3-Städte-Rallye zur Herausforderung
- Spannende Duelle in den weiteren DRM Klassen
Hauzenberg. Nach zwölf packenden Wertungsprüfungen und zahlreichen Führungswechseln feierte der aktuelle österreichische Meister Hermann Neubauer gemeinsam mit seiner Co-Pilotin Ursula Gaßner im Toyota GR Yaris Rally2 den Sieg bei der diesjährigen ADAC 3-Städte-Rallye. Das Duo kämpfte von Beginn an um die Spitze und entschied insgesamt drei der zwölf Prüfungen für sich.
„Es war eine sehr schwierige Rallye. Die anderen Jungs waren von Beginn an sehr schnell. Vor allem die Bedingungen hier in Deutschland mit den vielen Kuppen, die wir aus Österreich so gar nicht kennen, waren für mich eine große Umstellung. Ich habe das gemacht, was ich machen musste, bin nicht zu viel Risiko gegangen und hatte alles unter Kontrolle. Die Leistung war gut und ich bin sehr zufrieden, dass wir die Rallye gewinnen konnten“, sagte Neubauer nach der stimmungsvollen Siegerehrung auf dem Marktplatz im Herzen Hauzenbergs.
Eine ganz starke Performance über die gut 170 anspruchsvollen Wertungskilometer durch Deutschland und Österreich zeigten auch Albert von Thurn und Taxis und Co-Pilotin Jara Hain bei der ADAC 3-Städte-Rallye. Mit ihrem Škoda Fabia RS Rally2 fuhren sie viermal die Bestzeit und wurden bei ihrem dritten Auftritt im Bayerischen Wald Zweiter. „Ich bin überwältigt und überglücklich über dieses Ergebnis. Nach dem Zeitverlust am Vormittag waren wir bis auf Platz sechs zurückgefallen. Danach haben wir uns Stück für Stück zurückgekämpft und im Regen sogar eine Bestzeit gefahren. Dass uns auf der letzten Prüfung noch einmal eine Bestzeit gelungen ist, ist einfach riesig. Wir haben keine Fehler gemacht, sind konstant gefahren und haben uns dieses Ergebnis gegen eine ganz starke Konkurrenz erarbeitet“, sagte Albert von Thurn und Taxis.
Nach einem beeindruckenden Schlussspurt auf den finalen Wertungsprüfungen schaffte Philip Geipel, der sich das Cockpit des Toyota GR Yaris Rally2 mit Jennifer Lerch teilt, noch den Sprung aufs Treppchen. Als Dritter und bester DRM-Pilot holte Geipel die volle Punktzahl für den Sieg sowie fünf zusätzliche Zähler auf der Power Stage. Dadurch übernimmt der DRM-Champion aus dem Jahr 2022 mit 126 Zählern die Führung in der Gesamtwertung. „Heute Morgen habe ich den Start völlig verschlafen und mich bei den wechselnden Bedingungen überhaupt nicht wohlgefühlt. Als der Regen kam, lief es dann deutlich besser. Es war über den ganzen Tag ein echter Krimi und ich bin total glücklich, dass es so funktioniert hat. Dieses Ergebnis war für die Meisterschaft bitter notwendig, um alle Möglichkeiten offenzuhalten. Schade für Marijan mit dem Reifenschaden auf der letzten Prüfung – so etwas wünscht man niemandem.“
Der bisherige Meisterschaftsführende Griebel hatte in der finalen Wertungsprüfung einen Reifenschaden und zusammen mit Co-Pilotin Ella Kremer im Skoda Fabia RS Rally2 fiel das Duo dadurch sogar auf Platz fünf hinter Julius Tannert zurück. „Wir hatten einen spannenden Kampf mit Philip und ich wäre mit Platz zwei im Hinblick auf die Meisterschaft zufrieden gewesen. Leider haben wir uns auf der Power Stage nach rund eineinhalb Kilometern einen Reifenschaden eingefangen und mussten mehr als zehn Kilometer auf dem platten Reifen fahren. Das hat uns am Ende viel Zeit gekostet. Bis dahin hat alles sehr gut funktioniert und wir hatten ein tolles Auto“, erklärte der aktuelle Champion.
Zufrieden mit dem vierten Platz zeigte sich Tannert, der mit Beifahrer Pirmin Winklhofer im Porsche 911 Rally GT die fünfte Rallye des Jahres bestritt. „Im Trockenen haben wir gemerkt, dass es schwer wird. Umso überraschter waren wir, als wir im Regen gleich eine Bestzeit gefahren haben und plötzlich ganz vorn dabei waren. Leider haben wir uns dann einen Reifenschaden eingefangen und rund eine Minute verloren. Wenn man sieht, was am Ende möglich gewesen wäre, ist das natürlich bitter. Trotzdem war es ein gutes Wochenende und wir haben alles herausgeholt“, sagte Tannert.
Kopf-an-Kopf-Duell in der DRM3
In der DRM3 lieferten sich Leonard Weiss mit Co-Pilot Nick Hainke im Ford Fiesta Rally3 sowie Timo und Jasmin Weigert im Renault Clio Rally3 einen äußerst spannenden Zweikampf um den Sieg. Am Ende hatte das Duo Weigert mit acht WP-Siegen gegenüber vier Bestzeiten der Konkurrenz knapp die Nase vorn und verlässt die ADAC 3-Städte-Rallye als strahlender Sieger. „Es war ein enger Kampf und bei den Bedingungen heute im Regen alles andere als einfach. Auf der Power Stage mit Nacht, Nebel und Regen waren wir dann voll fokussiert und hellwach. Umso glücklicher sind wir über den Sieg und die Bestzeit auf der Power Stage. Nach dem WM-Lauf auf Sardinien in der vergangenen Woche waren es zwei sehr intensive Wochen für uns. Jetzt sind wir einfach happy, dass wir diesen Erfolg mit nach Hause nehmen können“, sagte Timo Weigert.
Mit Konstanz zum Erfolg in der DRM4
Riesenfreude auch beim Gewinner der Klasse DRM4: Konstante Leistungen, besonders am zweiten Tag der Rallye, waren der Grundstein für den Erfolg von Kilian Nierenz und Co-Pilotin Milena Raithel im Opel Corsa Rally4. „Für mich war es einfach mega. Die Strecken waren sehr anspruchsvoll und irgendwann hat Milena gesagt, dass ich ein bisschen verwalten soll. Da wusste ich, dass wir führen, und das hat mich riesig gefreut. Am Ende war es einfach nur der Hammer“, erzählte Nierenz nach Abschluss der Siegerehrung. Insgesamt markierten fünf unterschiedliche Teams jeweils Bestzeiten in der Klasse DRM4, Nierenz stand sechs Mal an der Spitze des Tableaus.
Zweite der Klasse wurden Max Schumann und Ann Felke (Renault Clio Rally4), die mit einem Rückstand von 41,1 Sekunden ins Ziel kamen. Dritte wurden Karl-Otto und Anna Niebäumer (Opel Corsa Rally4), die sich damit auch den Sieg in der DRM Junior Wertung sicherten. „Die Führung in der Junior Wertung ist für uns natürlich riesig wichtig, darauf haben wir die ganze Zeit hingearbeitet. Die Prüfungen hier waren für uns Neuland und extrem anspruchsvoll. Wenn nach vorn und hinten genügend Abstand ist, versucht man natürlich, das Ergebnis zu kontrollieren und sicher nach Hause zu bringen. Es war eine mega Veranstaltung“, schwärmte der Führende der Juniorwertung. Für Begeisterung bei den Fans sorgte wieder einmal Walter Gromöller, der mit seinem Opel Ascona 400 die Blicke auf sich zog und zudem die DRM Classic für sich entschied.
Wetter, Distanzen und Grenzen – die Herausforderungen bei der ADAC 3-Städte-Rallye
Die 59. Auflage der ADAC 3-Städte-Rallye stellte die Teams auf den zwölf Wertungsprüfungen in Deutschland und Österreich vor unterschiedliche Herausforderungen. Während am Freitag bei einem Mix aus Sonne und Wolken, trockenen Straßen und Temperaturen um 12 Grad noch gute Bedingungen herrschten, sorgte Regen am Samstag bei Temperaturen um 10 Grad für deutlich schwierigere Verhältnisse. Mit mehr als 24 Kilometern war die Wertungsprüfung „Made in FRG“ die längste der Rallye, auf der WP „Böhmerwald II“ überquerten die Teilnehmer die Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Nach insgesamt 173 Wertungskilometern wurden die besten Teams jeder Klasse am Samstagabend auf dem Marktplatz in Hauzenberg vor den Fans geehrt.
Nächster Stopp der DRM ist die ADAC Saarland-Pfalz Rallye rund um St. Wendel am 30. und 31. Oktober.
| Gesamtergebnis der ADAC 3-Städte-Rallye |
| | Teilnehmer | Fahrzeug |
| 1. | Hermann Neubauer | Toyota GR Yaris Rally2 |
| 2. | Albert von Thurn und Taxis | Škoda Fabia RS Rally2 |
| 3. | Philip Geipel | Toyota GR Yaris Rally2 |
| 4. | Julius Tannert | Porsche 911 Rally GT |
| 5. | Marijan Griebel | Škoda Fabia RS Rally2 |
| |
| Gesamtstand DRM nach der ADAC 3-Städte-Rallye |
| | Teilnehmer | Fahrzeug | Punkte |
| 1. | Philip Geipel | Toyota GR Yaris Rally2 | 126 |
| 2. | Marijan Griebel | Škoda Fabia RS Rally2 | 124 |
| 3. | Carsten Mohe | Porsche 911 Rally GT | 89 |
| 4. | Björn Satorius | Toyota GR Yaris Rally2 | 86 |
| 5. | Julius Tannert | Porsche 911 Rally GT | 80 |
Sendezeiten „PS – DRM Deutsche Rallye-Meisterschaft“
ADAC 3-Städte-Rallye
Sonntag, 11.10.2026, 12:15 Uhr
Sonntag, 11.10.2026, 19:20 Uhr (Wdh.)