- Lokalmatador behauptet Platz eins bei der ADAC Saarland-Pfalz Rallye bis ins Ziel
- Geipel wird trotz starker Aufholjagd nur Zweiter und verliert die Tabellenführung
- Sonnenschein und zahlreiche Fans sorgen für ideale Rallye-Bedingungen
Bostalsee. Marijan Griebel hat bei seinem Heimspiel die Tabellenführung in der Deutschen Rallye-Meisterschaft zurückerobert. Der 37-Jährige aus dem nahe gelegenen Hahnweiler gewann die ADAC Saarland-Pfalz Rallye am Samstag zum sechsten Mal in Folge und hat damit vor dem letzten DRM-Lauf wieder alle Trümpfe in der Hand. Leicht machte es ihm die Konkurrenz allerdings nicht: Der Vorsprung von mehr als 20 Sekunden, den Griebel und Co-Pilotin Ella Kremer im Škoda Fabia RS Rally2 am Freitag herausgefahren hatten, schmolz auf der zweiten Etappe deutlich zusammen. Am Ende ließ der routinierte Saarländer jedoch nichts mehr anbrennen. „Es war ein super Start-Ziel-Sieg. Am Freitag lief es annähernd perfekt. Heute haben wir Philip nie zu nahe kommen lassen und als er aufkam, zur richtigen Zeit zurückgeschlagen. Für die Zuschauer war es ein cooler Zweikampf, bis zur vorletzten Prüfung war noch alles offen“, erklärte Griebel.
Der bisherige Spitzenreiter Philip Geipel drehte mit Beifahrerin Jennifer Lerch (Toyota GR Yaris Rally2) am Samstag mächtig auf und fuhr sechs Bestzeiten. Zum Sieg reichte es dennoch nicht mehr. „Am Freitag lief es nicht rund. Das war auch bei der letzten Rallye schon so. Heute habe ich aber die Power Stage gewonnen – und damit den Punkteabstand zu Marijan etwas verringert. Unsere Pace war den ganzen Samstag sehr gut und wir sind Marijan bei seiner Heimrallye immer näher gekommen. Es bleibt im Meisterschaftskampf spannend“, sagte Geipel. Seine Markenkollegen Björn Satorius und Jorie Christiaens waren an beiden Rallye-Tagen konstant schnell unterwegs und belohnten sich mit Platz drei. Rang vier ging an Dennis Rostek und Stefan Kopczyk im Škoda Fabia RS Rally2. Damit sicherte sich Rostek vorzeitig den Titel bei den DRM Masters. „Ich bin nicht ganz zufrieden, der Abstand zur Spitze war doch sehr groß. Die Pace war gut, um aber noch schneller zu sein, müsste ich mehr Risiko eingehen. Dazu bin ich in meinem Alter nicht mehr bereit. Was Marijan und Philip gefahren sind, war wie von einem anderen Stern. Davor ziehe ich den Hut“, bilanzierte Rostek.
In der DRM3 setzten sich Leonard Weiss und Nick Hainke (Ford Fiesta Rally3) klar gegen Timo und Jasmin Weigert im Renault Clio Rally3 durch. „Ein toller Erfolg, die Rallye hat viel Spaß gemacht. Aus eigener Kraft können wir aber nicht mehr Meister in unserer Klasse werden, da wir beim letzten Lauf nicht starten. Aber wie es auch ausgeht: Es war eine Mega-Saison“, fasste Weiss zusammen. Konkurrent Timo Weigert: „Wir hatten zu Beginn einen Reifenschaden vorne links. Von da an sind wir auf diesen selektiven Prüfungen auf Sicherheit gefahren, um Punkte für die Meisterschaft mitzunehmen. Jetzt haben wir es im letzten Lauf selbst in der Hand.“
In der DRM4 feierte der Saarbrücker Max Schumann gemeinsam mit Beifahrerin Ann Felke Renault im Renault Clio Rally4 seinen ersten Saisonsieg. „Das ist ein toller Abschluss für uns. Wir hatten in dieser Saison ständig technische Probleme. Erst gegen Ende läuft es wieder gut. Beim letzten Stopp waren wir Zweiter, jetzt der erste Sieg – es hat alles wie am Schnürchen geklappt“, freute sich Max Schumann. Sein Bruder Felix belegte mit Gino Kruhs Platz zwei. „Nach dem Riesencrash in Bayern waren wir froh, hier überhaupt starten zu können. Wir haben das Auto komplett neu aufgebaut und es ist toll gelaufen. Für uns ging es in erster Linie darum, gut durchzukommen. Das hat perfekt funktioniert“, so Felix Schumann. Grund zum Jubeln hatte auch Matthias Karlowski: Der Opel-Pilot gewann mit Michael Wagner die DRM Classic. „Das ist mein erster Sieg in der DRM. Dabei sind wir am Freitag vor allem im Dunkeln bei den schwierigen Lichtverhältnissen schwer reingekommen. Am Samstag lief es dann viel besser, wir konnten uns steigern und freuen uns sehr über diesen Erfolg.“
Sonne, Sprünge und volle Zuschauerplätze
Zwei Tage lang erlebten die Zuschauer bei der ADAC Saarland-Pfalz Rallye ein Motorsport-Highlight. Die Teams begeisterten mit weiten Sprüngen über Kuppen, rasanten Zeitenjagden auf schnellen Rundkursen und spektakulären Drifts auf Schotterpassagen – tagsüber unter blauem Himmel, am Abend im Scheinwerferlicht. Nach 154,2 Wertungskilometern und spannenden Entscheidungen nahmen ab 18:30 Uhr die drei Erstplatzierten jeder Klasse am Bostalsee ihre Pokale entgegen.
| Gesamtergebnis der ADAC Saarland-Pfalz Rallye |
| Pos. | Teilnehmer | Fahrzeug | |
| 1. | Marijan Griebel | Škoda Fabia RS Rally2 | |
| 2. | Philip Geipel | Toyota GR Yaris Rally2 | |
| 3. | Björn Satorius | Toyota GR Yaris Rally2 | |
| 4. | Dennis Rostek | Škoda Fabia RS Rally2 | |
| 5. | Max Schumann | Renault Clio Rally4 | |
| |
| Gesamtstand DRM nach der ADAC Saarland-Pfalz Rallye |
| Pos. | Teilnehmer | Fahrzeug | Punkte |
| 1. | Marijan Griebel | Škoda Fabia RS Rally2 | 157 |
| 2. | Philip Geipel | Toyota GR Yaris Rally2 | 155 |
| 3. | Björn Satorius | Toyota GR Yaris Rally2 | 110 |
| 4. | Carsten Mohe | Porsche 911 Rally GT | 89 |
| 5. | Julius Tannert | Porsche 911 Rally GT | 80 |