- Hinterrad-Defekt kostet Jung den Titel – Greiner ist Meister der DMX 250
- Lange, Lenarz, Gohlke und Stiller machen die weiteren Titel perfekt
- Gohlke mit „perfekter Saison“, Stiller mit 16 Jahren jüngster Quad-Champion
Thurm/Rudersberg. Die Deutsche Motocross-Meisterschaft 2026 ist entschieden: Beim MX-Weekend in Thurm (19./20. September) fielen die letzten noch ausstehenden Titelentscheidungen in den Solo-Klassen der DMX, das Quad-Finale fand im Rahmen der Seitenwagen-Weltmeisterschaft in Rudersberg statt. Den dramatischsten Moment lieferte die DMX 250: Ein Hinterrad-Defekt im letzten Lauf der Saison kostete den Meisterschaftsführenden Linus Jung den schon sicher geglaubten Titel – neuer Meister ist Fritz Greiner. Zudem machten Finn Lange (DMX 125), Bruno Lenarz (DMX 65), Melvin Gohlke (DMX 50) und Matteo Stiller (DMX Quad) ihre Titel perfekt. Die Tagessiege gingen an Noah Ludwig (DMX Open), Oskar Luis Romberg (DMX 250), Tim Schröter (DMX 125), Tom Sönke Hänel (DMX 85), Eddi Haustein (DMX 65), Melvin Gohlke (DMX 50) und Matteo Stiller (DMX Quad).
DMX Open: Doppelsieg für Ludwig zum Saisonabschluss
Den Schlusspunkt der Saison setzte die DMX Open – und dort war Noah Ludwig (D/KTM Sarholz Racing Team) eine Klasse für sich: Er gewann beide Läufe mit deutlichem Vorsprung. Erster Verfolger war jeweils sein Teamkollege Linus Jung (D/KTM Sarholz Racing Team), der sich damit einen Tag nach seinem Pech in der DMX 250 stark zurückmeldete. Im ersten Lauf folgten Mark Scheu (D/Johannes-Bikes Suzuki), der bereits als Meister feststehende Max Thunecke (D/Johannes-Bikes Suzuki) und Constantin Piller (D/Meyer Racing). Im zweiten Durchgang kamen hinter dem Spitzen-Duo Thunecke, Scheu und Lukas Fiedler (D/TKS Racing Team) auf die Plätze drei bis fünf. Die Tageswertung gewann Ludwig vor Jung, Thunecke behauptete sich punktgleich vor Scheu als Tagesdritter. Im Endstand liegt Thunecke souverän vor Vizemeister Scheu – und Ludwig schob sich mit dem Doppelsieg noch an Vincent Gallwitz (D/AMX Racing) vorbei auf Rang drei.
DMX 250: Hinterrad-Defekt entscheidet den Titelkampf
Nur neun Punkte trennten Jung und Greiner vor der Veranstaltung in Thurm – und zunächst lief alles für den Tabellenführer: Jung gewann den ersten Lauf nur gut anderthalb Sekunden vor Gaststarter Jeremy Sydow (D/Triumph), der bei seinem ersten Motocross-Rennen seit 2022 ein vielbeachtetes Comeback gab. Mit Stefan Ekerold (D/Motorrad Bauerschmidt MB33) wurde ein weiterer Gaststarter Dritter, dahinter folgten Oskar Luis Romberg (D/Triumph) und Fritz Greiner (D/Falcon Motorsports). Damit hatte Jung sein Punktepolster auf 14 Zähler ausgebaut. Doch im zweiten Durchgang nahmen die Dinge eine dramatische Wendung: auf Platz zwei liegend, und damit auf Meisterschaftskurs, ging das Hinterrad von Jung defekt, wodurch er im weiteren Verlauf ausfiel und ohne Punkte blieb. Den Lauf gewann Sydow vor Lokalmatador Leon Rudolph (D/KTM Sarholz Racing Team), Ekerold, Romberg und Greiner. Die Tageswertung ging an Sydow vor Romberg und Ekerold. Im Endstand krönte sich damit Greiner mit sechs Punkten Vorsprung vor Jung zum Meister, Ben-Lukas Bremser (D/AMX Racing) komplettiert das Podium der Meisterschaftswertung.
DMX 125: Schröter mit Doppelsieg, Lange wird Meister
Tim Schröter (D/KTM GST Berlin Racing) tat mit zwei Laufsiegen alles, was in seiner Macht stand – doch Finn Lange (D/KTM GST Berlin Racing) behielt die Nerven und machte mit den Laufplätzen zwei und drei den Titelgewinn perfekt. Im ersten Durchgang lagen Schröter, Lange und John Kranhold (D/SixtySeven Racing-Team) nur wenige Sekunden auseinander. Simon Hahn (D/Kosak Racing Team) und Til Albrecht (D/MSV Riesa) komplettierten die Top-Fünf. Im zweiten Lauf setzte sich Schröter vor Kranhold, Lange, Hahn und Albrecht durch. Kranhold und Lange beendeten den Tag punktgleich, dank des besseren zweiten Laufs ging Tagesrang zwei an Kranhold. Im Endstand hat Lange 28 Punkte Vorsprung auf Vizemeister Schröter. Dahinter wurde es noch einmal richtig eng: Kranhold sicherte sich Gesamtrang drei hauchdünn vor Hahn und Max Meyer (D/Meyer Racing), der krankheitsbedingt in Thurm fehlte – die drei trennten am Ende nur fünf Punkte.
DMX 85: Achter Tagessieg im achten Rennen für Meister Hänel
Der bereits als Meister feststehende Tom Sönke Hänel (D/Mefo Sport Racing Team by KTM Sturm) rundete seine Saison standesgemäß ab: Er gewann den ersten Lauf vor Felix Siegl (D/Husqvarna Pfeil), Jesko Loberenz (D/SevenSevenSix MX School), Emil Eschrich (D/ADAC Hessen-Thüringen) und Jamiro Peters (D/AMX Racing). Im zweiten Durchgang siegte Nick de Jong (D/KMP-Honda-Racing by DVAG), der im ersten Lauf ohne Punkte geblieben war, vor Hänel, Peters, Marlo Rach (D/A-Team/ADAC Hansa MX Junior Team) und Jonas Pägelow (D/KTM GST Berlin/ADAC Hansa MX Junior Team). Mit dem achten Tagessieg bei der achten Veranstaltung beendete Hänel eine souveräne Saison. Peters und Loberenz rundeten das Tagespodium ab. Siegl rettete trotz eines technischen Problems nach langer Führung im zweiten Lauf mit dem zehnten Platz den Vizetitel vor de Jong.
DMX 65: Haustein holt den Tagessieg, Lenarz den Titel
In der DMX 65 machte Bruno Lenarz (D/SevenSevenSix MX School) den Titelgewinn bereits im ersten Lauf perfekt, in dem ihm Rang sechs genügte. Den Laufsieg holte sich dort Eddi Haustein (D/ADAC Sachsen) knapp vor Matteo Bauten (D/SevenSevenSix MX School), Ben Maier (D/WSRG Racing Team), Luca Albrecht (D/Kadelack GasGas) und Dylan Kummrow (D/KTM Team Theiner). Im zweiten Durchgang drehte der neue Meister auf und sicherte sich den letzten Laufsieg der Saison vor Haustein, Kummrow, Albrecht und Maier. Der Tagessieg ging an Haustein vor Lenarz – dahinter erzielten gleich drei Fahrer dieselbe Punktzahl: Kummrow behauptete sich vor Albrecht und Maier. Im Endstand liegt Lenarz deutlich vor Vizemeister Bauten, Haustein schließt die Saison als Gesamtdritter ab.
DMX 50: Gohlke vollendet die perfekte Saison
Melvin Gohlke (D/Werxboden/Cobra Moto/Bike Performance) blieb das Maß aller Dinge der kleinsten Klasse: Mit zwei weiteren Laufsiegen gewann er alle zwölf Saisonläufe und sicherte sich bereits im ersten Durchgang den Titel. Im ersten Lauf folgten Tobias Wesselowski (D/Moto Kids Dreez), Willy Grünberg (D), Lejs Gehrke (D) und Eugen Trylinskyi (D), im zweiten wurde es vorne enger: Grünberg kam bis auf knapp drei Sekunden an Gohlke heran, dahinter folgten Wesselowski, Gehrke und Trylinskyi. Hinter Gohlke beendeten Grünberg und Wesselowski den Tag punktgleich, dank des besseren zweiten Laufs ging Tagesrang zwei an Grünberg – er ist auch Vizemeister der Saison 2026. Trylinskyi schließt die Gesamtwertung als Dritter ab.
DMX Quad: Matteo Stiller krönt sich mit 16 Jahren zum Meister
Das Quad-Finale in Rudersberg bot bei besten Bedingungen eine würdige Bühne für die Titelentscheidung. Der Meisterschaftsführende Jordi Niclas Gieler (D/Yamaha) fehlte krankheitsbedingt. Matteo Stiller (D/Stiller Racing) ließ sich diese Chance nicht nehmen – nach dem Holeshot gewann er den ersten Lauf vor Adam Tucek (CZ/Yamaha Cepelak Racing Klub) und seinem Bruder Luca Stiller (D/Stiller Racing) und stand damit bereits am Samstag als Meister fest. Auch den zweiten Durchgang, in dem Tucek den von Lubomir Hunka gesponserten Holeshot zog, entschied Matteo Stiller vor Tucek und Luca Stiller für sich. Die weiteren Plätze der Top-Fünf gingen im ersten Lauf an Paul-Heinz Steinberg (D/Team Steinberg Racing09) und Robin Lüthi (CH), im zweiten Lauf an Vaclav Krenek (CZ) und Lüthi. Mit dem Punktemaximum sicherte sich der erst 16-jährige Meister auch die Tageswertung vor Tucek und Luca Stiller. Im Endstand hat Matteo Stiller 32 Punkte Vorsprung auf Vizemeister Gieler, Luca Stiller beendet die Saison auf Gesamtrang drei.
Die Deutschen Meister der DMX 2026 auf einen Blick
DMX Open: Max Thunecke
DMX Damen: Larissa Papenmeier
DMX 250: Fritz Greiner
DMX 125: Finn Lange
DMX 85: Tom Sönke Hänel
DMX 65: Bruno Lenarz
DMX 50: Melvin Gohlke
DMX Quad: Matteo Stiller
DMX Seitenwagen: Adrian Peter / Julian Zimmermann
Alle Resultate der DMX gibt es unter adac-motorsport.de.