- Dresdener Maximilian Paul kehrt zwei Monate nach seinem Unfall zurück
- Simon Connor Primm aus Großschirma gibt auf dem Sachsenring sein Debüt
- Audi-Youngster Primm sorgt für DTM-Comeback der Marke mit den vier Ringen
München. Heimspiel mit besonderen Vorzeichen: Beim DTM-Wochenende auf dem Sachsenring (11. bis 13. September) stehen zwei Lokalmatadore mit ganz unterschiedlichen Geschichten im Mittelpunkt. Der Dresdner Maximilian Paul (TGI Team by GRT) kehrt nur gut zwei Monate nach seinem Unfall am Norisring ins DTM-Cockpit zurück. Für Simon Connor Primm (Seyffarth Motorsport) aus Großschirma beginnt dagegen ein neues Kapitel. Der 21-Jährige feiert vor heimischem Publikum seine DTM-Premiere – und bringt dabei Audi mit dem R8 LMS GT3 Evo2 als neunte Marke zurück in die DTM.
Paul kämpft sich in Rekordzeit zurück
Nach seinem Unfall Anfang Juli auf dem Norisring mit Brüchen an Schien- und Wadenbein sowie am ersten Lendenwirbel arbeitete Paul intensiv an seinem Comeback. Der 26-Jährige saß nach erfolgreicher Operation und zahlreichen Reha-Einheiten beim DTM-Test auf dem Sachsenring Ende August erstmals wieder im Rennwagen und schaffte damit den entscheidenden Schritt auf dem Weg zu seinem Comeback.
„Mein Körper hat bei der Heilung extrem schnell mitgemacht. Ich habe die vergangenen zwei Monate gefühlt 80 Prozent der Zeit bei meinem Physio verbracht. Wir haben jeden Tag intensiv gearbeitet und unter anderem viel im Wasser trainiert“, verrät Paul. „Beim DTM-Test am Sachsenring war meine größte Sorge zunächst der Rücken, aber der hat super funktioniert. Das Bein hat noch etwas wehgetan, trotzdem konnte ich fahren. Jetzt freue ich mich einfach riesig, wieder im Auto zu sitzen und in der DTM anzugreifen, ohne mich eingeschränkt zu fühlen.“
Bereits 50 Tage nach dem Unfall saß der Dresdner beim offiziellen DTM-Test auf dem Sachsenring wieder im Lamborghini Temerario GT3 und absolvierte 98 Runden. Dabei übertraf Paul nicht nur die eigenen Erwartungen. „Im Team gab es dann sogar eine Wette, dass ich keine 15 Runden schaffe – die habe ich gewonnen“, erzählt er mit einem Lachen und ergänzt: „Natürlich zwickt es nach zwei Monaten hier und da noch. Aber wenn ich mich nicht wohlfühlen würde, würde ich nicht fahren. Die Motivation und die Lust aufs Rennfahren sind viel größer als die kleinen Schmerzen.“
Vom ADAC GT Masters auf die große DTM-Bühne
Während Paul auf bekanntes Terrain zurückkehrt, wartet auf Primm eine Premiere. Der Youngster aus Großschirma tritt seit drei Jahren im ADAC GT Masters an und startet dort für HGL Racing. Auf dem Sachsenring setzt die Mannschaft unter dem Namen Seyffarth Motorsport einen Audi R8 LMS GT3 Evo2 ein. Damit ist Audi erstmals in diesem Jahr in der DTM vertreten. Das Starterfeld wächst beim vorletzten Saisonstopp auf neun Marken.
„Das ist eine einmalige Chance. Die DTM gehört für mich zu den besten Serien der Welt. Es war schon immer mein Traum, dort einmal zu fahren. Als ich vor ein paar Jahren Fahrer wie Marco Wittmann und Lucas Auer in der DTM verfolgt habe, bin ich selbst noch Kart gefahren“, sagt Primm. „Dass wir mit Audi antreten und die Marke in dieser Saison zurück in die DTM bringen, macht das Ganze noch besonderer.“
Ganz unvorbereitet geht Primm nicht in sein Heimspiel. In den vergangenen beiden Wochen konnte der Debütant zweimal mit einem GT4-Fahrzeug auf dem Sachsenring testen. Trotzdem bleibt Primm vor seinem ersten DTM-Wochenende realistisch: „Für uns alle ist das ein Sprung ins kalte Wasser. Deshalb ist das Wichtigste, einen sauberen und fehlerfreien Job zu machen und so viele Erfahrungen wie möglich zu sammeln. Ich will mich mit den Besten messen. Genau diese Herausforderung reizt mich.“