- Der ADAC Opel GSE Rally Cup feiert ein stimmungsvolles Debüt bei der Rallye Sanremo
- Mit seinem vierten Saisonsieg übernimmt der Saarländer Timo Schulz die Tabellenführung
- Der Waliser Ioan Lloyd und der Franzose Tom Dufour bleiben dem Deutschen dicht im Nacken
Rüsselsheim/München. Die Rally Sanremo hat die Erwartungen als Saisonhöhepunkt des ADAC Opel GSE Rally Cup 2026 voll erfüllt. Die Teams in ihren Opel Mokka GSE Rally genossen eine Traditionsveranstaltung, die geprägt war von einem Serviceplatz direkt an der Küste der Riviera, spektakulären Wertungsprüfungen im bergigen Hinterland, italienischem Flair und dem für den ADAC Opel GSE Rally Cup typischen spannenden Rallye-Verlauf. Der Kampf um den Cup-Titel 2026 hat an Dramatik noch zugenommen – die Top 3 in der Gesamtwertung trennen gerade einmal fünf Punkte!
Nach drei für Mensch und Maschine gleichermaßen fordernden Wettbewerbstagen waren es zum vierten Mal in dieser Saison Timo Schulz und Maresa Lade, die ihren Mokka GSE Rally als Erste über die Zielrampe im Hafen Sanremos steuerten. „Diese Rallye war für uns ein echtes Saisonhighlight“, strahlte Schulz. „Die Wertungsprüfungen waren extrem anspruchsvoll. Wir haben am Anfang richtig gepuscht, konnten uns so einen gewissen Vorsprung verschaffen und ihn über die Rallye verwalten oder sogar ausbauen. Der Opel Mokka GSE Rally war wie gemacht für die engen Kurven. Wir sind mehr als zufrieden, es hätte nicht besser laufen können.“
Damit übernahm Timo Schulz die Tabellenspitze im weltweit ersten elektrischen Rallye-Markenpokal. Zwei Wertungsläufe vor Schluss führt der 27-jährige Siersburger drei Punkte vor Ioan Lloyd. Der Waliser und Co Sion Williams schlossen die Rally Sanremo auf dem vierten Gesamtrang ab, nachdem ihnen das spanische Duo Alex Español/Enrique Velasco in der letzten Wertungsprüfung noch um neun Zehntelsekunden den letzten Podestplatz weggeschnappt hatte. Dabei haderte Lloyd mit einem frühen Reifenschaden in WP2, der die Briten eine gute halbe Minute kostete. „Das war eine fantastische Rallye“, kommentierte Lloyd. „Wir haben das Wochenende sehr genossen, sind aber auch ein bisschen enttäuscht, den Podestplatz so knapp verpasst zu haben. Ich habe in der Power Stage nicht meine beste Leistung gezeigt. Aber wir nehmen viel Positives mit, unsere Pace insbesondere an den letzten beiden Tagen war sehr gut. Das stimmt uns zuversichtlich für den Saison-Endspurt.“
Mit Platz zwei in Sanremo verkürzte der Franzose Tom Dufour die Lücke zu Lloyd auf zwei Zähler und liegt damit weiter in Tuchfühlung zu Schulz. „Wir sind zufrieden“, so der 19-Jährige, der wie immer auf die Ansagen von Alex Dubois hörte. „Wir haben stark begonnen, uns an den beiden nächsten Tagen aber teilweise mit dem Luftdruck vergriffen. Diese Rallye unterscheidet sich komplett von allen, die wir bisher gefahren sind. In manchen Prüfungen waren wir schnell, in anderen taten wir uns schwerer. Aber es war sehr lehrreich, wir sind mitten im Titelkampf und freuen uns auf die nächsten Rallyes!“
Als Dritter feierte Alex Español seinen zweiten Podestplatz in Folge: „Wir hatten einen interessanten Fight mit Ioan. In der Power Stage haben wir nochmal alles gegeben und freuen uns natürlich sehr, dass wir unsere walisischen Freunde noch so knapp vom Podest verdrängen konnten. Wir haben mittlerweile einen guten Weg eingeschlagen und wollen ihn in den letzten beiden Rallyes fortsetzen.“
Hinter Lloyd setzte Valentino Ledda als Fünfter seinen Aufwärtstrend fort. Derweil absolvierten seine Landsleute Matteo Greco/Edoardo Brovelli in Sanremo einen vielbeachteten Gaststart im ADAC Opel GSE Rally Cup. Bis zur Power Stage lagen die Lokalmatadoren auf einem starken sechsten Rang, als sie ein Plattfuß noch zwei Minuten kostete. Dennoch zeigte sich Greco sichtlich angetan: „Der Mokka GSE Rally erfordert einen anderen Fahrstil gegenüber dem Rally4-Auto, macht aber mit seinem hohen Drehmoment und seiner tollen Balance richtig viel Spaß. Wir haben den Start im Cup sehr genossen!“
Claire Schönborn und ihr Beifahrer Michael Wenzel beendeten die Rally Sanremo auf dem sechsten Schlussrang, fuhren dabei einmal mehr einige starke WP-Zeiten, hatten in WP5 aber auch einen haarigen Moment zu überstehen: „Wir waren richtig flott unterwegs, gerieten dann aber auf eine extrem schmierige Passage, die ich so nicht erwartet hatte! Dann ging es mit blockierten Vorderrädern Richtung Abgrund. Zum Glück blieben wir dann an einem kleinen Erdwall stecken, aus dem uns einige Zuschauer herausgezogen haben. So haben wir zwar eine gute halbe Minute verloren, aber die Nummer hätte auch ganz anders ausgehen können. Die Rallye war insgesamt eine tolle Erfahrung, die Prüfungen waren unglaublich und die Atmosphäre fantastisch!“, schilderte die Hunsrückerin.
Einen starken Eindruck hinterließ Dante Johansson. Der Schwede, der erstmals mit der Dänin Ditte Kammersgaard an seiner Seite unterwegs war, setzte in WP4 seine erste Bestzeit im Cup und hätte punkto Speed um die Podestplätze mitkämpfen können, wäre sein Mokka GSE Rally nicht in WP2 für rund elf Minuten in einem Graben festgesteckt. Beim Versuch, in der abschließenden Power Stage nochmals wertvolle Bonuspunkte einzustreichen, rutschte Johansson dann allerdings so vehement in eine Mauer, dass er die Lenkung seines Renners verbog und es nicht mehr ins Ziel schaffte.
Auch Opel-Motorsportchef Jörg Schrott genoss das Debüt des ADAC Opel GSE Rally Cup in Sanremo sichtlich: „Du spürst die Tradition und die besondere Atmosphäre dieser Rallye in jeder Sekunde. Für unsere jungen Teams war der Start in Sanremo ein besonderes Erlebnis. Solch herausfordernde, gleichzeitig aber auch traumhaft schöne Wertungsprüfungen bietet kaum eine andere Rallye in Europa. Motorsport in Italien ist immer mit besonders viel Emotion verbunden. Der Mokka GSE Rally hat auf diesen engen, kurvenreichen Wertungsprüfungen seine großen Stärken ausgespielt. Und sportlich lässt der Kampf um die Spitze keine Wünsche offen. Ich freue mich auf die letzten beiden Saisonläufe.“
Die Teams des ADAC Opel GSE Rally Cup haben nun nur eine kurze Atempause. Bereits in zwei Wochen steht bei der ADAC Saarland-Pfalz Rallye das vorletzten Kräftemessen der Saison auf dem Programm.
Stand ADAC Opel GSE Rally Cup (nach 5 von 7 Wertungsläufen)
1. Schulz 136 Punkte. 2. Lloyd 133. 3. Dufour 131. 4. Español 81. 5. Schönborn 76. 6. Johansson 70. 7. Eertmans 54. 8. Ledda 41. 9. Kamermans 35. 10. Van Empel 22. 11. Luif 21. 12. Wlömer 20. 13. Wilhelm 16. 14. Stütz 14. 15. Wittenbeck 12.